Wouda-Pumpwerk – Industriedenkmal und UNESCO-Weltkulturerbe

 

Im friesischen Städtchen Lemmer, im Norden der Niederlande, steht mit dem Wouda-Pumpwerk ein Industriedenkmal, das voll funktionstüchtig ist und von der UNESCO im Jahr 1998 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Wouda Pumpwerk

Foto: © NBTC

Das größte Dampfschöpfwerk der Welt

Technik-Fans dürfen sich in einem Urlaub im Ferienhaus in Holland nicht einen Abstecher nach Lemmer entgehen lassen. Das Wouda-Pumpwerk ist ein Bauwerk der Superlative, denn es handelt sich um das größte und einzige noch in Betrieb befindliche Dampfschöpfwerk der Welt. Vor 100 Jahren, zwischen 1917 und 1918, wurde das Bauwerk errichtet. Damals war die Konstruktion richtungweisend und diente jahrzehntelang als Vorlage für die Errichtung weiterer dampfbetriebener Schöpfwerke auf der ganzen Welt. Kein anderes Pumpwerk erreichte jedoch jemals die Ausmaße des Originals. Während bereits die Technik für die damalige Zeit bahnbrechend war, setzte auch die Architektur des Dampfschöpfwerkes neue Maßstäbe. Das Bauwerk gilt als Paradebeispiel der expressionistischen Amsterdamer Schule. Von außen erinnert die Konstruktion an eine Wasserburg, wäre nicht der 60 m hohe Schornstein, der schon aus großer Entfernung zu erkennen ist.

 

Geschichte des Bauwerks

Die Geschichte des Wouda-Pumpwerks ist eng mit dem Bau der Zuiderzeewerke verbunden. Dabei handelte es sich um ein Projekt zur Landgewinnung durch den Bau von Pumpenanlagen und Poldern im Bereich des Ijsselmeeres. Durch die Eindeichung des Ijsselmeeres und die gezielte Regulierung des Wasserstandes entstand die jüngste niederländische Provinz Flevoland. Das Dampfschöpfwerk wurde im Jahr 1920 in Betrieb genommen und regelte bis zum Jahr 1966 ganz allein den Wasserpegel von Friesland. Abgelöst wurde es im gleichen Jahr vom elektrisch betriebenen Schöpfwerk bei Stavoren. Doch ganz auf die Kraft des Wouda-Pumpwerks kann die Leitzentrale des Hochwasserschutzes bis heute nicht verzichten. Bei Sturmfluten wird das Dampfschöpfwerk regelmäßig in Betrieb genommen, um die einströmenden Wassermassen ins Ijsselmeer zu pumpen.

 

Technik des Wouda-Pumpwerks

Herzstück der Industrieanlage ist das Maschinenhaus, wo vier Doppel-Dampfmaschinen mit einer Leistung von 368 kW bei Bedarf in Betrieb genommen werden können. Acht Zentrifugalpumpen pumpen bis zu 4 Millionen Liter Wasser pro Minute ins Ijsselmeer. Damit wird durch die Anlage rund 6 Prozent des friesischen Hochwassers bewegt. Zum besseren Verständnis: Die Landmasse der Provinz Friesland liegt im Schnitt einen halben Meter unter dem Niveau der Nordsee und damit des Meeresspiegels. Bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden die Dampfmaschinen mit Kohle beheizt. Danach erfolgte die Umstellung auf Schweröl. Im Durchschnitt werden die Zentrifugalpumpen in der heutigen Zeit alle zwei Monate angeworfen, um das Land nach einer Sturmflut zu entwässern.

 

UNESCO-Weltkulturerbe seit 1998

Das Wouda-Pumpwerk wurde zur Zeit der Inbetriebnahme im Jahr 1920 als Wunder der Ingenieurskunst verehrt. Damals war der Glaube an den technischen Fortschritt ungebrochen und Dampfmaschinen standen stellvertretend für den Aufbruch in ein neues Technologiezeitalter. Konstrukteur war der niederländische Bauingenieur Dirk Frederik Wouda. 1977 wurde das Schöpfwerk unter Denkmalschutz gestellt und von der niederländischen Regierung als "Rijksmonument" klassifiziert. Die Welterbekommission der UNESCO entschied im Jahr 1998, das Industriedenkmal in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Angeschlossen ist ein Besucherzentrum mit dem Namen Woudagemaal, vor dem sich ein kostenloser Parkplatz befindet.

 

Bestaunen Sie mit dem Wouda-Pumpwerk in Lemmer einen Meilenstein niederländischer Ingenieurskunst und planen Sie in Ihrem Ferienhaus Urlaub in Holland einen Abstecher zu diesem außergewöhnlichen Industriedenkmal ein.
 

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