Ferienhaus Urlaub in Schweden

 

Niemand denkt bei einem Rollator, einem Dreipunkt-Sicherheitsgurt, einem Herzschrittmacher, einer Rohrzange oder bei Bluetooth an Schweden? Schwedische Erfinder und Entwickler werden weltweit geachtet und Schweden ist ein Land voller Überraschungen.

Ferienhaus Urlaub in Schweden

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Schweden hat eine Fläche von 447.435 Quadratkilometern und eine Bevölkerungsdichte von nur 23 Einwohnern pro Quadratkilometer. Mehr als die Hälfte der Fläche ist Waldbestand. Fast jede Gemeinde besitzt einen See.
 

Die Lage im Norden Europas bringt Schweden nicht unbedingt klimatische Vorteile. Dennoch ist Schweden mit seiner unberührten Natur, den Tausenden von Inseln, den großen Seen, den endlosen Wäldern und den gastfreundlichen, weltoffenen Einwohnern ein begehrtes Urlaubsziel.
 

Viele Schweden besitzen selbst ein Ferienhaus und schätzen die Freiheit, ihren Urlaub ganz naturnah zu verbringen und sich selbst zu versorgen. Zahlreiche komfortable Ferienhäuser in Schweden werden vermietet und dienen als Basis und Ausgangspunkt für allerlei Hobbys wie Angeln, Fliegenfischen, Golfen (Volkssport in Schweden), Wandern, Kanufahren, Segeln, Fahrradausflüge und Wintersport, nicht zu vergessen die Hundeschlitten-Touren.
 

Der Vänern ist Schwedens größter See, doch die unzähligen kleineren Seen sind für die Freizeitgestaltung keineswegs zu verachten. Die Wassertemperaturen bei den Binnenseen liegen im Sommer deutlich höher als die Wassertemperatur der Ostsee.

Ferienhaus Urlaub in Schweden - mit etwas Glück sieht man Elche in der freien Natur

Foto: ID 60565437 © Torbjorn Swenelius | Dreamstime.com

Wir haben bei einer Familie aus Deutschland (2 Erwachsene, 2 Jugendliche: 11 Jahre und 13 Jahre) nachgefragt, die kürzlich ihren Sommerurlaub in Schweden verbracht und in einem typischen Schwedenhaus mit falunrotem Anstrich gewohnt hat.

Frage: Warum gerade Schweden als Ziel für den Sommerurlaub mit Familie?

Antwort: Wir haben von Freunden und Bekannten vorher gehört, dass wir dort ganz viel Ruhe, viel Natur und eine familienfreundliche Umgebung vorfinden und haben uns deshalb ganz gezielt für einen Schwedenurlaub entschieden.
 

Frage: In welcher Region waren Sie genau und was hat Sie an der Landschaft beeindruckt?

Antwort: Wir waren in Südschweden in der Umgebung von Jönköping, direkt am kleinen See Lönnern. Was uns beeindruckt hat, war, dass die Siedlungsdichte sehr gering ist. Das heißt, dass ganz wenige Häuser auf ganz viel Land kommen und man ein Ferienhaus irgendwo im Nirgendwo hat und man vielleicht alle 2 Stunden mal ein fremdes Auto sieht. Wir hatten das ganz große Glück, dass wir umgeben von einem Wald waren und wir tatsächlich abends von der Terrasse aus Elche gesehen haben. Das war fantastisch. Für die Kinder war es im Besonderen ein Erlebnis, für diese Beobachtung eben nicht in einen Tierpark zu fahren, sondern die Tiere in freier Natur in ihrem Lebensraum zu sehen. Die Situation von Ort war an sich klasse, weil wir einen eigenen Bootssteg hatten, wo das Wasser auch erst mal niedrig war. Die Kinder konnten ganz in Ruhe am Ufer spielen und auch auf dem See paddeln. Die ganze Natursituation fanden wir grandios. Das haben wir vorher nie so erlebt. Darüber könnten wir stundenlang erzählen. Landschaftlich beeindrucken die Grüntöne. Es ist im Sommer alles saftig grün, egal, wohin man schaut. Man hat wirklich eine Natur, in der es Spaß macht, sich aufzuhalten. Fahrradfahren, Angeln oder Bootfahren sind machbar ohne auf ein Auto angewiesen zu sein.

 

Frage: Welchen Komfort besitzt das schwedische Ferienhaus, das Sie gebucht hatten und wie war die Lage?

Antwort: Wir hatten recht bewusst, ein eher einfaches Ferienhaus gemietet, hatten keinen großen Komfort. Natürlich gab es wie in jedem anderen Ferienhaus einen Kaffeeautomaten, einen Backofen usw., aber wir hatten keine Luxusvilla mit Pool und Kamin. Das störte aber überhaupt nicht und uns fehlte auch nichts. Unser Ferienhaus lag mitten in der Natur. Wir sind morgens nach draußen gekommen, haben auf den See und in den Wald geschaut, haben alle möglichen Tiere gehört. Das ist ein Komfort, der auf einer ganz anderen Ebene liegt und den wir anderen Dingen gegenüber bevorzugen würden. Es gab quasi keine Nachbarn außer unserem Vermieter - eine Freiheit, die wir als großen Luxus empfunden haben.

 

Frage: Gab es Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe?

Antwort: Ja, gab es. Dafür musste man sich ins Auto setzen und eine Viertelstunde fahren. Dort gab es einen kleinen Tante-Emma-Laden und 10 Minuten weiter im nächstgrößeren Ort gab es wirklich alles.

 

Frage: Waren die Wetterbedingungen so wie erwartet?

Antwort: Nein. Deutlich besser. Es heißt ja immer, in Schweden muss man mit Regen rechnen. Wir waren zwei Mal da, einmal 11 Tage, einmal 14 Tage, und wir hatten beide Male tolles Wetter. Wir reden hier natürlich nicht von ständigen 35 Grad, aber wir reden von blauem Himmel, von Sonne und von 25 bis 28 Grad, wo man sich durchaus mal mit Bikini an den See legen kann. Einmal hatten wir einen halben Tag, der etwas verregnet war. Das war völlig akzeptabel. Insgesamt wurden unsere Erwartungen absolut übertroffen.

 

Frage: Was hat den Jugendlichen im Schweden-Urlaub am meisten gefallen?

Antwort: Interessanterweise tatsächlich die Tatsache, dass wir mitten in der Natur gewohnt haben. Sie durften allein mit dem Boot rausschippern. Sie durften allein angeln gehen. Sie haben sich ein Fahrrad geschnappt und sind einfach mal die Straßen entlang gefahren und haben die Landschaft erkundet. Die Lage am See machte es möglich, dass man auf die andere Seite des Sees mit dem Boot hin kam, aber auch außen herum mit dem Fahrrad ankam. Wir haben es dann schon mal so gemacht, dass ein Teil von uns mit dem Boot rüber gefahren ist, der andere Teil mit dem Rad hin gefahren ist und wir uns da getroffen haben. Trotz der schlechten WLAN-Bedingungen beim ersten Aufenthalt wollten unsere Teenies ein zweites Mal nach Schweden in Urlaub. Sie haben dort überhaupt nichts vermisst und die Freiheit, in der Natur zu leben, genossen.

 

Frage: Welche Unternehmungen außerhalb des Ferienhauses sind Ihnen in Erinnerung geblieben?

Antwort: In Schweden gibt es zahlreiche kleine Orte mit schnuckeligen Cafés, Restaurants, viele an Seen gelegen. Es gibt in kleinen Städtchen ganz oft Märkte. Wir haben uns einige Orte angeschaut, die uns empfohlen wurden und fanden es überall toll. Wir haben hinreißende Bilder gemacht. Was uns beeindruckt hat, war, dass es im Umkreis von einer halben Stunde eine Motorcross-Strecke gab, wo hin und wieder Rennen stattfanden und man sich zum Zuschauen einfach auf die Tribüne setzen konnte. An anderer Stelle ein paar Kilometer weiter gab es Pferderennen, die für unsere Tochter, die reitet, interessant waren. Das waren aber Veranstaltungen, die letztendlich doch auch mit Natur zu tun hatten. Denn man sitzt nicht in einer großen Halle, sondern draußen. Einen Elch-Park haben wir auch besucht. Ein tolles Erlebnis war es, als wir von unserem Vermieter in den Wald gefahren wurden und wir ein paar Stunden auf einem Hochsitz verbracht haben, um Elche zu sehen. Wir haben zwar leider keine Elche gesehen, aber es war trotzdem ein herrliches Familienerlebnis. Nicht weit von unserem Ferienhaus war eine kleine Mühle, da gab es jeden Sonntag Kaffee und Kuchen und Eis für die Kinder und es gab einen Chor, der vor Ort natürlich auf Schwedisch gesungen hat. Die Liedtexte lagen auf dem Tisch und man sollte mitsingen. Das war total lustig, weil wir kein Wort Schwedisch können – eine schöne Erfahrung bei tollem Wetter. Dann hatten wir ein oder zwei Tipps für ganz kleine Sandstrände, die die Kinder total genossen haben und wo es auch super idyllisch war.

 

Frage: Wie bereiten sich Urlauber am besten auf den Aufenthalt in Schweden vor?

Antwort: Ich gehe davon aus, dass die meisten Schweden-Urlauber auf die Ruhe und die Erholung in der Natur aus sind. Wer das nicht zum Ziel hat, ist da definitiv falsch. Wir hatten viele gute Bücher im Gepäck. Auf Tipps von anderen hin hatten wir Insektenschutzmittel mitgenommen. Die haben wir nicht gebraucht, obwohl wir am See gelebt haben. Gute Bücher und den Willen zu entspannen, viel mehr braucht man da gar nicht. Wir haben uns als Familie viel miteinander beschäftigt, sind spazieren gegangen und haben Bootsausflüge gemacht.

 

Frage: Welche Möglichkeit der Anreise nach Schweden haben Sie genutzt?

Antwort: Wir haben beide Male nach großem Abwägen den Flieger genutzt. Die Alternative wäre mit Auto und Fähre gewesen. Das war allerdings preislich kein großer Unterschied. So haben wir uns dafür entschieden, mit den Kindern die stressfreiere Variante des Fliegens zu nutzen und haben uns vor Ort ein Mietauto genommen.

 

Frage: Welche Tipps zum Schweden-Ferienhausurlaub würden Sie weitergeben wollen?

Antwort: Der große Tipp vorne weg ist, dass das Wetter nicht so ist wie man hört, nämlich, dass es dauernd regnet. Für uns waren es zwei überraschende Urlaube, weil Dinge nicht eingetreten sind, die uns prophezeit wurden. Wir mussten uns beispielsweise nicht mit Mückenschutzmittel eincremen. Ein weiterer Tipp: Man muss schon in der Lage sein, die Ruhe genießen zu können. Wer keinen Städtetrip in Schweden macht, sondern einen Schwedenurlaub außerhalb der Städte, trifft auf Natur und Idylle. Ein Tipp noch zu den Zahlungsmodalitäten in Schweden. Bei der Urlaubsplanung stellt sich die Frage: Wie viel schwedische Kronen nehme ich mit in den Urlaub? Wir haben uns tatsächlich in Deutschland ein bisschen Geld wechseln lassen, weil es uns schon wichtig war, jedem Kellner ein Trinkgeld geben zu können. Grundsätzlich ist es in Schweden aber so, dass Bargeld fast keine Rolle mehr spielt. Man kann auch kleine Beträge im Café locker mit der Karte bezahlen. Das ist dort gang und gäbe und sogar gewünscht. Es macht in Schweden auch durchaus Sinn, eine Kreditkarte zu nutzen. Diese sollte man unbedingt mit PIN ausstatten. In Deutschland ist es  häufig so, dass man unterschreibt und die PIN nicht verwendet wird. Das ist in Schweden anders. Hier benötigt man den PIN-Code.

 

Abschließende Frage: Was hat Sie meisten an der schwedischen Lebensart beeindruckt?

Antwort: Die Ruhe und Freundlichkeit, die in Schweden von allem und jedem ausgeht! Alles läuft etwas langsamer und entspannter als in Deutschland, daher waren die Schweden-Urlaube mit Abstand die erholsamsten Urlaube, die wir je erlebt haben!

 

Wir danken für das Interview.

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