Valetta: Europäische Kulturhauptstadt 2018
 

Gemeinsam mit der niederländischen Küstenstadt Leeuwarden trägt Maltas Hauptstadt Valetta im Jahr 2018 stolz den Titel "Kulturhauptstadt Europas".

Valetta

Foto: ID 105594260 © Javarman | Dreamstime.com

Valetta – Europas kleinste Hauptstadt

Maltas Hauptstadt liegt an der Nordostküste der Mittelmeerinsel und gleicht eher einer gut gesicherten Festung als einer weltoffenen Hafenstadt. Doch der erste Eindruck täuscht. Obwohl Valetta von einem Ring aus Bastionen umgeben ist, tobt in den Gassen der Altstadt und am Hafen das Leben. Wie Bausteine stapeln sich die Häuser aus beigefarbenem Sandstein bis zu 100 m hoch an der Felsküste übereinander. Im Schein der Morgensonne glänzt die Stadt wie flüssiges Gold, während im Hafen das Wasser glitzert und funkelt. Typisch für Valetta sind die engen, verwinkelten Gassen, die teilweise steil ansteigen und über Treppen und Durchlässe miteinander verbunden sind. Für farbenfrohe Auflockerung sorgen bunt getünchte Erker aus Holz und die unzähligen rot, grün und blau gestrichenen Fensterläden.

 

Valetta ist sowohl hinsichtlich der Fläche als auch bezüglich der Einwohnerzahl die kleinste Hauptstadt Europas. Keine 6.000 Menschen leben in der Hafenstadt, die aufgrund ihres nahezu vollständig erhaltenen Altstadtzentrums im Jahr 1980 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Bis zur Unabhängigkeit im Jahr 1964 war Malta Teil des Britischen Empire. Nach dem Abzug der Briten blieben der Linksverkehr und die leuchtend roten Telefonzellen. Letztere wirken wie längst überlebte Dinosaurier in einer Zeit der Smartphones und wollen nicht so recht zum italienisch anmutenden Ambiente in der Hafenstadt passen.

 

Festungen, Kirchen und eine barocke Kulisse

Keine andere Hauptstadt Europas wurde im Lauf der Geschichte zu einer derart wehrhaften Festung ausgebaut wie Valetta. Ein Ring von Bastionen umgibt die maltesische Hauptstadt. Sie wurden allesamt nach Heiligen benannt und von den Rittern des Malteserordens ab dem 16. Jahrhundert errichtet. Valettas Stadtbild prägen die Türme und Kuppeln unzähliger Kirchen. Das berühmteste Gotteshaus ist die St. John’s Co-Kathedrale mit ihrer prächtigen barocken Innenausstattung. Knapp 400 Ordensritter wurden in der Kirche bestattet und fast alle Großmeister des Malteserordens fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Sehenswert ist auch die Karmeliterkirche mit ihrer von Marmorsäulen getragenen Kuppel. Valetta ist eine riesige barocke Kulisse. Das mit Abstand opulenteste Bauwerk ist der Großmeisterpalast am Palace Square, der im Jahr 1571 erbaut wurde und einen ganzen Straßenzug einnimmt.

 

Kunst und Kultur in der Europäischen Kulturhauptstadt

Anfang Januar 2018 startete das Kulturhauptstadt-Jahr in der maltesischen Hafenstadt. Auf dem Castille Square und weiteren Plätzen in der Innenstadt standen Tanzperformances, Musikakrobatik, Open-Air-Veranstaltungen und Feuerwerke auf dem Programm. Das Barockfestival schloss sich direkt an die Eröffnungsfeier an. Zur Kulturmeile ausgebaut wurde die Strait Street mit ihren angesagten Szene-Kneipen und Bars. Die ohnehin alljährlich in Valetta stattfindenden Festivals und Musikevents wurden im Kulturhauptstadt-Jahr in den Veranstaltungsreigen integriert. So waren das Fireworks Festival, das Jazz Festival im Juli und die Kulturnacht "Notta Bianca" Teil der Event-Serie in der Hafenstadt. Insbesondere das im Oktober stattfindende "Notta Bianca" lockt jedes Jahr mehr als 50.000 Besucher in die kleine Stadt. Eine Nacht hindurch haben alle Museen, Kirchen und Ausstellungen geöffnet. In den Straßen werden maltesische Speisen zubereitet und über 100 Künstler geben unter freiem Himmel Kostproben ihres Könnens.

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